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Schnuller als IQ Killer Drucken E-Mail

Anfang Dezember ist einen Mainzer Leukämie Studie erschienen, welche unreflektiert durch die Presse gegeistert ist.
Sie will ein signifikantes Krebsrisiko für Kinder ausgemacht haben, welche in einem Umkreis von fünf Kilometern um einen Atommeiler leben.


Walter Krämer, ein Professor für Wirtschats-und Sozialstatistik in Dortmund, hält diese Studie für einen populären Irrtum.
Sein abschliessendes Urteil in der neuesten Weltwoche: "Schämt euch, gebt euer Statistik-Diplom zurück".
Die Aussage der Mainzer Studie: "Unter reinem Zufall ist die Häufigkeit von Krebs bei Kindern unter fünf Jahren in einem Umkreis von 5 Kilometern um 18 deutschen Kernkraftwerken unwahrscheinlicher als 5 Prozent.
Selbst wenn dies zuträfe: Auch unwahrscheinliche Ereignisse treten ein. Und zwar in hier in 5 Prozent der Fälle. Dann hätte man die Kraftwerke zu Unrecht verdächtigt. Die Statistik sagt dazu auch Fehler 1.Art".
(aus Weltwoche 50.07, Walter Krämer)
Kernaussage dieses Zitates. Auch unwahrscheinliche Fälle treten ein.
Aber genau diese Unwahrscheinlichkeit steigert sich, wenn ich die statistische Menge erhöhe und von 1000 Kraftwerken ausgehe.
Eine zufällige Wahrscheinlichkeit liegt dann  todsicher bei hundert Prozent. Warum wurde diese Studie dann überhaupt gemacht?
Damit die Fachpublikationen die Abweichungen von der "Norm" beschreiben können. Arbeitsbeschaffung also.
Täglich geistern solche neue "Studien" durch die Presse. Wie Herzinfarkt bei Zahnfleischbluten, Schnuller als IQ Killer, Fette und Faule leben länger und ähnlicher Humbug, welche wohl auf dem selben statistischen Fehler und dem Hintergrund der Arbeitsbeschaffung beruhen.
Glücklicherweise sehen die Studienmacher der "Krebsstudie" es jetzt doch noch differenzierter.
"Diese Studie kann keine Aussage darüber machen, durch welche biologischen Risikofaktoren die abnorme Leukämie-Häufigkeit zu erklären ist." (aus Weltwoche 50.07,Walter Krämer)
Aber genau das zu beurteilen und hineinzuinterpretieren werden dann andere "Experten" bezahlt.
Die Schweizer Krebsliga möchte diese Studie mit der gleichen Fragestellung für die fünf Atomkraftwerke in der Schweiz machen.
Sie löhnt 200000 Franken dafür. Hoffentlich hat sie aus der ersten Studie gelernt oder ist wenigstens gut beraten. Anfang 2008 werden wir es genauer wissen.

2007-12-13  EH
 
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