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Startseite arrow Aspekte arrow Zur Billigarbeit in der deutschen Pflege
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"Die Pflegebranche blickt einem wichtigen Termin entgegen: 2009 oder spätestens 2011 kann die (deutsche) Bundesregierung die bestehende Beschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit aufheben. Konkret heißt das: Dann dürfen osteuropäische Arbeitnehmer uneingeschränkt in Deutschland arbeiten. Was bedeutet das, insbesondere für das jetzt schon gravierende Problem der illegalen Beschäftigung in der Pflege?" (Zitat)


Das bedeutet, das die deutsche Bundesregierung nicht wirklich weiss was in der Pflegepraxis abgeht und falls doch, es ihr einfach egal ist. Mit Schwarzarbeit, oder eine Ahnung davon, weiss jeder Freiberufler in der Pflege, auch in der Schweiz etwas anzufangen.
Da ist die freundliche Nachbarin, welche Pflegeleistungen erbringt und billig entlöhnt wird. Neuerdings auch die verschollene Bekannte aus Rumänien welche in Ferien weilt und im Hause wohnt. Wer will da schon was beweisen? Mit jedem Gesetz wächst der Erfindungsreichtum der Nutzniesser.
In Deutschland ist das Problem schon sehr weit gediehen. Ambulante Pflegeunternehmen gegen auf die Barrikaden.
Erfolgreich insofern, das führende Politiker einen weiteren Anlass gefunden haben, sich im Licht der Gemeinplätze zu sonnen. Mehr nicht.
An der Vielschichtigkeit des Problems verdient man sich halt keine Lorbeeren.
Eine Ursache ist  die verkorkste Gesundheits-und Sozialpolitik mit der Folge, das pflegebedürftige Menschen der Sparwut zum Opfer fallen. Katastrophal der letzte Prüfbericht der Medizinischen Dienste der KK. Heimplätze sind daher zwar unbezahlbar und trotzdem im günstigstens Fall Mittelmass.
Aber auch die Pflege zu Hause muss sich gesetzlichen Zwängen unterordnen, welche es an jeglichem Sachverstand der Macher vermissen lassen.
Die Folgen sind spürbar. An Druckgeschwüren, Austrocknung und gefährlicher Pflege.
Da kommt dann nun die "Rund um die Uhr" Betreuung aus Osteuropa für einen Apfel und ein Ei.
Ich kann es, aus Sicht eines ahnungslosen Angehörigen, niemandem verdenken. Der Osteuropäerin, welche sich ein besseres Leben erhofft, auch nicht.
Dennoch hat es gerade Deutschland in den letzten Jahren verstanden seine Probleme nicht zu lösen, sondern zu globalisieren oder gar auszuschaffen. Im grossen Europa quasi ersaufen zu lassen. 2009 kann die Bundesregierung die Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit aufheben und den Kessel richtig fluten. Mit Billigpflege aus Osteuropa.
Was die deutsche Bundesregierung genau macht, kann keiner wissen. Am Volk vorbei bestimmt (Referendum kennt man nicht). Dabei sind die Lösungen gegen Schwarzarbeit in der Pflege benannt. Eine vernünftige ausgereifte Pflegefinanzierung, Familienpolitik (Kinder...) und Aufwertung des Pflegeberufes. Qualitativ hochwertige Arbeitsplätze und Ausbildungen sorgen dabei schnell für Nachwuchs.Vor allem aber müssen neue flexible, zugeschnittene Strukturen der Altenbetreuung wachsen.
Die Lüge, vom Todschlagsargument, "Personalmangel im Pflegebereich" kann man fallen lassen.
Denn ausgebildetes Pflegepersonal gibt es. Man muss es auch einstellen (dürfen), sonst tun es eben die europäischen Nachbarn.
Austritt aus der ferngelenkten "Geldvernichtungsmaschine" EU, die grössten Nettozahlungen in die nationale Gesundheitswirtschaft und strikte Hinwendung zur Lösung der eigenen Probleme wäre da noch mein persönlicher Favorit.
Aber mich fragt ja keiner.

15.02.08 EH



 
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