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Die derzeitigen Disskussionen um die Pflegefinanzierung zeigen es wieder.
Um so mehr als das man die Wortprotokolle des Ständerates gelesen hat.


Es geht nicht um Menschen, es geht um Zahlen und Kosten.
Einmal mehr wurde Wortklauberei betrieben. Der wohl einzige Ausweg aus einer menschlichen Lösung, hin zur Kostenoptimierung.
Einig war man sich, das die Fallpauschalen eine frühzeitige Entlassung der Akutpatienten implizieren.
Also Menschen, welche mit viel Glück wieder auf den Beinen stehen, aber noch nicht gesund sind.
Mit Übergangspflege wusste so mancher Ständerat nicht recht was anfangen, weil der Begriff unklar sei.
Kein Wunder. Keiner aus der Pflege.
Nun sollen bis 20% der anstehenden Kosten einer solchen Übergangspflege auf die Patienten abgetreten werden.
Eine neue Armut ist geboren.
Da der Begriff der Fallpauschalen der wohl am meisten verwendete war, habe ich den Eindruck das Problem sind eigentlich die DRG.
Denn keine DRG, keine frühzeitige Entlassungen, keine Disskussionen um "Übergangspflege", keine Überwälzungen von 20% der Kosten.
Dabei meine ich, ist in der Pflege das wenigste Sparpotenzial im Gesundheitswesen.
Vielmehr beobachte ich das tagtäglich meine Klienten 12-15 verschiedene Medikamente einnehmen. Diverse Säfte noch nicht gerechnet.
Das richten dieser Medikamente ist kostbare Arbeitszeit. Aber auch am Ende  ist noch keiner gesünder geworden.
Kopf hoch noch ist nichts verloren. Ein unvermuteter Sachverstand, neben Frau Fetz, welche sich vehement für die Patienten eingesetzt hat, hat sich doch noch finden können.
Aus dem Wortprotokoll des Ständerates:
 

"Stadler Hansruedi (C, UR): Schon gestern habe ich anständig zugehört, jetzt auch. Ich möchte als Nichtmitglied der Kommission eine Bemerkung aus der Praxis abgeben. Ich unterstütze in diesem Falle den Antrag der Kommissionsminderheit.
Früher sagte man in den Spitälern: "Ja, wir behalten Sie noch eine Weile." Heute fragt man - etwas überspitzt formuliert - in den Spitälern: "Wann gehen Sie endlich?" Dies vor allem aufgrund der Fallpauschalen, die richtig sein mögen. Gerade in dieser Hinsicht spielt die ärztlich angeordnete Akut- und Übergangspflege eine wichtige Rolle, ja gar eine segensreiche Rolle.
Ich wünsche niemandem unter uns, dass er ein Fall für eine Fallpauschale wird. Es sei einfach einmal gesagt, dass, auch wenn das System der Fallpauschale richtig und gut sein mag, der Mensch nicht nur eine Maschine ist, bei welcher beispielsweise ein Ölwechsel vorzunehmen ist, sondern der Mensch ist etwas komplexer. Es sei einfach gesagt, dass in solchen Fällen die Spitex und die ärztlich angeordnete Akut- und Übergangspflege eine wichtige Rolle spielen.
Deshalb unterstütze ich hier den Antrag der Kommissionsminderheit. "


(aus dem amtlichen Bulletin )
 
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